Shalom Nerdmigos!
Gestern gingen Vier für mein Nerdherz wundervolle Tage zu Ende. Denn es stand die 21. FedCon an, die größte ScienceFictionconvention in Europa. Zum zweiten mal war ich jetzt mit von der Partie und es war noch besser als beim letzten mal.
Nun mag man sich fragen, was passiert auf so einer Convention? Stehen dort 2 Dutzend Nerds rum und reden klingonisch? Nein, definitiv nicht.
Eine Convention solcher Art gibt Fans von überall auf der Welt die Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen, alte Bekannte wieder zu sehen, gemeinsam zu feiern, ihre Stars aus Filmen und Serien einmal hautnah zu erleben und die vielen oft wundervoll gestalteten Kostüme zu sehen, die teilweise sogar aus Originalrequisiten bestanden.
Aber dazu später mehr. Am Donnerstag ging es also morgens los in Richtung Düsseldorf. Ziel war erst einmal unser eigenes kleines Hotel. Dort angekommen wurde das Gepäck verstaut, sich kurz frisch gemacht und schon ging es mit dem Taxi ab zum Maritim Hotel am Düsseldorfer Flughafen, dem Ort des Geschehens. Als wir am Haupteingang aus dem Taxi stiegen, waren wir beinahe schon mittendrin. Dort standen Menschen, die als Klingonen verkleidet waren, einige, die Star Trek Uniformen trugen und auch einige aus der Star Wars™-Reihe bekannte Sturmtruppen “empfingen” uns. Rein ins Hotel und erst einmal gestaunt, wie viel schon los war. Und von allen Seiten her kamen die ersten Fans in Kostümen an uns vorbei.
Wir holten unsere Tickets und unser Armband ab und waren bereit, los zu ziehen. Fix wurde eine Flasche Mineralwasser gekauft und dann ging es auf Erkundungstour. In den vielen unterschiedlichen Konferenzsälen, die kurzerhand in Ausstellungsräume verwandelt wurden gab es jede Menge zu sehen. Der Maschinenraum der ersten USS Enterprise war von einigen Fans liebevoll und detailgetreu nachgebaut, nebenan begrüßte uns ein beeindruckender Darth Vader und ein kleiner Fanclub, der sich täuschend echt als Klingonen kostümiert hatte (und sich auch fast ausschließlich auf Klingonisch unterhielt), stellte selbst hergestellte Brac’lets aus, eine Art Schwert, die in den Star Trek-Serien zu sehen war. Eine junge Dame erzählte uns sogar, dass sie für eine Karate-Prüfung eben ein solches Brac’let als Waffe ausgewählt hat. Was für viele jetzt wirklich verrückt klingen mag. Und, zugegeben, ein wenig ist es das auch. ![]()
Als wir den Raum gerade wieder verlassen wollten, fiel mir ein alter Bekannter ins Auge, der, bescheiden und zurückhaltend, wie wir ihn kennen, eine kleine Verschnaufpause in der Ecke des Raumes einlegte. Hier links im Bild zu sehen ![]()

Nun wurde es erst einmal Zeit für eine kleine Stärkung. In einem schönen Restaurant gönnten wir uns erst einmal ein kühles Bier und beobachteten das bunte Publikum, dass an dem Restaurant vorbei ging. Als ich meinen Blick durch das Restaurant schweifen ließ, fiel mir ein Mann ins Auge, der mir irgendwie bekannt vorkam. Ich war mir sicher, sein Gesicht schon einmal gesehen zu haben, mir wollte aber Partout nicht einfallen, wo das war. Nachdem er gegessen und etwas getrunken hatte, ging er wieder und ich fragte einen der sehr netten Mitarbeiter, ob es sein könne, dass es jemand Bekanntes ist. Er verschwand kurz und kam mit der Liste der Stargäste der Veranstaltung wieder und siehe da, es war Nicholas Brendon, vielen bekannt aus den Fernsehserien Buffy – Im Bann der Dämonen, Without a Trace und Criminal Minds.
Nach unserer Stärkung ging es wieder auf Erkundungstour und wir unterhielten uns mit anderen Fans über die ersten Eindrücke, ließen uns von ihrer Arbeit an den Kostümen erzählen und schossen einige Fotos.
So verbrachten wir den Nachmittag damit, die ganzen Eindrücke auf uns wirken zu lassen, trafen einen Bekannten, den wir bei unserem ersten Besuch im letzten Jahr kennen gelernt hatten und plauderten über unsere Eindrücke und darüber, was wir schon gesehen hatten. Am frühen Abend setzen wir uns in eine schicke Bar des Hotels und schon wieder schneite Nicholas Brendon herein. Langsam fragten wir uns, ob er uns nachlaufe. Nach und nach füllte sich die Bar und wir trafen bekannte Gesichter, neue Gesichter und auch der aus der Fernsehserie Stargate – Kommando SG1 bekannte Schauspieler Erick Avari stattete der Bar einen Besuch ab. Mit alten und neuen Bekannten wurde gefeiert und leider ging der erste Tag viel zu schnell um, aber dennoch war die Freude auf den nächsten Tag groß, denn dort stand das erste Panel auf dem Programm, dass wir keinesfalls verpassen wollten.
Was ist denn ein “Panel”, werden sich einige fragen. Bei einem Panel haben die Fans die Möglichkeit, ihren Star hautnah zu erleben, Fragen zu stellen und kaum ein Star lässt es sich nehmen, ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern. Aber auch wissenschaftliche Vorträge, Fanfilme und ähnliches gibt es auf solchen Panels zu sehen.
Unser erstes Panel war das des unwahrscheinlich sympatischen Walter Koenig, allen SciFi-Fans bekannt als Navigator der ersten USS Enterprise, Pavel Chekov. Er wurde vom fast vollen Saal mit Standing Ovations empfangen und man sah, dass er unglaublich beeindruckt gewesen ist. Geduldig stellte er sich den Fragen der Fans, plauderte von seinen Erfahrungen, seinen beruflichen Zielen und war wohl mehr als alle anderen beeindruckt, wie groß der Andrang und die Begeisterung der Fans waren. Zum Abschluss wurde uns ein von Koenig geschriebener, sehr trauriger Kurzfilm gezeigt. Koenig lief, so wurde uns gesagt, lange durchs Hotel, besuchte die Ausstellungen, machte Fotos von den kostümierten Fans und genoss einfach die Athmosphäre.
Nachdem der zweite tolle Tag vorbei war, ließen wir den Abend wieder in der netten Bar ausklingen und dieses mal gesellten sich auch Kai Owen aus der Fernsehserie Torchwood und Jonathan Frakes aka Commander William T. Riker zu uns. Nicholas Brendon und Erick Avari schienen mittlerweile genau so zu den Stammgästen zu hören, wie wir. Während in und vor der Bar bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wurde, war es für mich aber Zeit, schlafen zu gehen, denn ich hatte ein für mich besonderes Ereignis vor mir.
Am Samstag Morgen hieß es dann um halb 8 raus aus den Federn, frisch machen, frühstücken und ab ins Hotel Maritim. Ich war überrascht, wie viel um diese Uhrzeit schon los war, denn viele von den Besuchern hatten bestimmt nicht viel Schlaf abbekommen. Viel Zeit zum Plaudern und Begrüßen blieb allerdings nicht, denn für mich war es Zeit, mich anzustellen, um den Stargast schlechthin zu sehen und mich mit ihm fotografieren zu lassen.
Es handelt sich um niemand anderen als William Shatner alias James Tiberius Kirk, Captain der ersten USS Enterprise und Star der ersten Star Trek-Fernsehserie, der mich außerdem durch seine Rolle als Denny Crane in der Serie Boston Legal begeistert hat. Zeit zum Plaudern war allerdings nicht, denn es standen mehr als 1000 Fans an, um ein Foto mit ihm zu ergattern.

Im Laufe des Abends besuchten wir natürlich noch das Panel von William Shatner. bei dem der Andrang so groß war, dass eine Videoübertragung in einen anderen Saal hergestellt werden musste. Trotz seiner 81 Jahre wirkte er auf mich wahnsinnig lebendig, voller Energie und Freude und er war sichtlich beeindruckt, wie viele Fans kamen, um ihn zu sehen. Es war erstaunlich, zu hören, wie die Rollen, die er gespielt hat, sein Leben veränderten. Nicht im Bezug auf seine Popularität oder Schauspielerei, sondern auch auf sein Privatleben, die Art und Weise, wie er das Leben sieht welche Zwischenmenschliche Erfahrungen er dank seiner Arbeit machen konnte. Viel zu schnell ging die Zeit um und er wurde von den Fans unter tosendem Applaus verabschiedet, wobei er scheinbar doch sehr mit sich kämpfen musste, um keine Träne zu vergießen.
Immer noch beeindruckt vom Erlebten ging es für 2 Stunden zurück ins Hotel, weil wir alle noch eine Mütze voll schlaf vertragen konnten.
Wieder auf der Convention genossen wir draußen auf der Terasse des dortigen Restaurants noch einen Kaffee, während sich Stargate Atlantis-Star Joe Flanigan zwei Tische weiter an einem Rotwein labte.
Abends in der Bar wurde mir erzählt, das der Schauspieler Casper Can Dien, der 1997 die Hauptrolle Johnny Rico im Film Starship Troopers verkörperte, seinen Fans eine ganz besondere Erfahrung schenkte. Er traf im Hotel eine Gruppe kostümierter Fans, von denen einige im Film getragene Uniformen ergattert hatten und war so begeistert, dass er, nachdem er einige Fotos geschossen hatte, die Gruppe kurzerhand einlud, um ihm bei seinen Panels und seinem Fotoshooting zu unterstützen und so durften die Fans mit ihm auf die Bühne und in ihren Kostümen als “Leibwache” fungieren. Ich bin mir sicher, dass die Fans das so schnell nicht vergessen werden und zu Hause gleich davon erzählt haben.
Doch alles geht mal vorbei und nachdem wir uns Abends von den wirklich wundervollen Leuten verabschiedet und fürs nächste mal verabredet hatten, war es am Sonntag dann Zeit, sich auf den Heimweg zu machen.
Alles in Allem ein für mich wunderbares, verlängertes Wochenende, dass für mich schwer zu toppen sein wird. Dennoch ist die Spannung groß, wer im nächsten Jahr einen Zwischenstopp in Düsseldorf einlegt. Ich kann jedem ScienceFiction-Fan einen Besuch wärmstens empfehlen und wer nicht gleich ein ganzes Wochenende dort verbringen möchte, kann auch vorab oder direkt auf der Veranstaltung Tagestickets erwerben.
Ich freue mich jetzt schon sehr aufs nächste mal.
Live long and prosper!
